Nur, um meine Versuche mal für die Nachwelt und mich aufzuheben.
Die Hintergrundgeschichte
Das Drama begann vor wenigen Wochen, als die Untermieter meines Beckens, Ohrgitterharnischwelse (die da eigentlich schon längst wieder in dem größeren Aquarium meines Freundes sein sollten), an einem allzu heißen Sommertag beschlossen, dass sie es da drin nicht mehr aushalten. Genau genommen beschloss das einer der vieren und sprang mir erst auf den Schoß und von dort aus auf den Teppich. Der Schreck war groß, ich griff ihn schnell (dumme Idee!) und ließ ihn - mit verletzter Schwanzflosse - zurück ins AQ plumpsen, wo er sich dann auch ganz schnell versteckte. Nur Tage zuvor hatte ich Planarien in dem Becken entdeckt, was ich lediglich stirnrunzelnd zur Kenntnis nahm.
Planarien, das sind weiße oder bräunliche Würmer mit einem pfeilformigen Kopf. (http://de.wikipedia.org/wiki/Planarien). Und ich hasse sie, seit jenem Tag. Die Schwanzflosse blutete leicht, das konnte man erkennen. Der Wels saß an genau der Aquarienecke, an der ich ihn perfekt beobbachten konnte und mit Entsetzen entdeckte ich den Haufen Planarien, der sich an seiner Schwanzflosse labte. mir wurde regelrecht übel. Konsequenz: Alle Welse raus und endlich da hin, wo sie ohnehin sein sollten: In Jens' Aquarium. So. Becken leer. Ein zweites Becken in meinem zimmer hatte gerade die Einlaufphase hinter sich, allerdings wollte ich noch etwas warten, ehe ich da neuen Besatz hinein verfrachte. Sicher ist sicher, sozusagen. Das Problem war nur, dass ich mir zwei Tage zuvor Garnelen bestellt hatte, die auch prompt einen Tag später eintrafen. Zähneknirschend setzte ich neun der zehn Nelen ins neue AQ. Die zehnte war schon tot, als sie bei mir ankam. Insgesamrt starben mir in den drei Wochen noch drei weitere Garnelen, zwei davon wohl nach dem Häuten. Unnd was mögen Planarien auch gerne auf ihrem Speißeplan? Genau, frischgehäutete Garnelen. Und was entdeckte ich ständig auf meinem neuen Aquarienboden herumwuseln? Ja, diese scheiß verrotzten Kackviecher.
Ich bin ein Vertreter der Ansicht, dass ein gesundes AQ keine Chemie braucht und das solche Unregelmäßigkeiten nicht passieren, wenn ein ordentliches Gleichgewicht existiert. Das Planarien ihre Daseinsberechtigung haben, dessen bin ich überzeugt. Aber jetzt gerade nicht in dieser Masse in meinem AQ. Und was mich am meisten frustriert: Ich verfüttere nichts Tierisches. An wen auch? Ich hab doch nur ein paar Schnecken und jetzt die Garnelen. Ich hab mir die Planarien also mit den neuen Pflanzen zugezogen (haha, schön selbst dran blöd, wenn man Pflanzen nich desinfiziert, ich weiß).
Und wahrscheinlich, weil ich die alte Wurzel vom alten ins neue Becken setzte. Egal wie, es lässt sich nicht ändern. Als Futter dient den Planarien - neben frischgehäuteten Nelen *grr* - wohl die Schneckeneier. Ich bin ein Fan von Blasenschnecken. Diese danken mir meine liebevollen Blicke allerdings mit derart enormer Vermehrung, dass ich mir irgendwann Raubschnecken (Helenas) zulegte, da ich selbst nicht den Mumm habe, um irgendwas zu töten. Die beiden verrichten auch gute Arbeit. Scheinen sich aber auch nicht weiter vermehren zu wollen, so dass ich bis dato auch kein Raubschneckenproblem bekam (was mich zugegebenermaßen wunderte). Ist ja auch egal.
Ich hatte mich schon im Vorfeld auf dieser Seite darüber informiert, was man so gegen Planarien machen kann, fand aber Köder doof, weil ich Angst hatte, diese zu spät rauszuziehen (und damit Planarien noch weiter zu züchten).
Und die Falle traute ich mir nicht zu. Wer einmal gesehen hat, wie ich ein Geschenk einpacke, der weiß, warum ich mir so wirklich GAR nichts beim Basteln zutraue. Naja, wenigstens erheitern meine Geschenke schon vor dem Auspacken -.- ..
Aber hey, warum nicht mal Knoblauch probieren? Also:
1. Versuch: Knoblauchkur
Ich besitze noch sechs Garnelen. Zumindest lebten noch sechs, als ich vor 5 Min nachgeschaut habe. Und ich hatte mir keinen Gefallen getan, als ich mir die orangenen Zwerggarnelen zulegte. Also dachte ich mir, dass ich mein Herz mal lieber nicht allzusehr dran hänge, die Kleinen sollen nämlich ziemliche Pussies sein. Und grüne Babaultis sind auch ganz nett. Das sage ich an dieser Stelle, weil meine Recherchen im Vorfeld ergaben, dass einigen bei der Knoblauch-Kur der gesamte Garnelenbestand hopps gegangen ist. Andere hingegen hatten gar keine Probleme. Also: vorher überlegen, offenbar ist die Knoblauch-Kur nicht ganz ohne.
Meine Schnecken habe ich, soweit entdeckt, aus dem Aquarium gerettet und in einen Eimer Aquarienwasser geworfen. Es war ohnehin Wasserwechseltag. Die restlichen Blasenschnecken mussten leider zuschauen, wo sie bleiben. Soweit ich weiß greifen viele Mittel gegen Planarien nämlich auch Schnecken an, daher diese Vorsichtsmaßnahme.
Die Knoblauch-"Wanne"
Ich nahm das erstbeste Plastikgefäß, das ich finden konnte. Mein Becken umfasst etwa zwanzig Liter. Da ich ziemlich dicke Knoblauchzehen hatte, beschloss ich, dass ich nur anderthalb Zehen nehme. Ich besitze keine Knoblauchpresse, daher zerhäckselte ich die Zehen einfach so gut es ging mit einem Messer.
Über die rechteckige Plastikwanne spannte ich dann ein Stück Nylonstrumpfhose (die hatte ich noch vom Sand- und Kieswaschen übrig) und verschloss das Ganze, indem ich den Strumpf mit einem Gummi um die Wanne festwickelte. Da Knoblauch und Plastik offenbar leichter als Wasser sind, klemmte ich die Konstruktion zwischen Wurzel und Glas ein.
1. Abend
Etwas, das aussah wie ein Bakterienteppich, setzte sich direkt an einer Ecke neben der Knoblauchwanne auf dem Boden an. Ich weiss bis heute nicht, was es war, vermute aber, dass es feinste Schwebstoffe des weißen Sandes waren, den ich mal mit der Strumpfhose gewaschen hatte. Der Teppich verschwand auch einfach wieder im Nichts. Besondere Auffäigkeiten: keine. Die Planarien schienen sich allerdings in den Boden zurückgezogen zu haben. In dem schwarzen Kies finden sie ja auch genug Nischen zum Verkriechen.
Derweil beginnt das Aquarium auch schon eicht zu müffeln. Naja, Knoblauch soll ja gesund sein. Zur Erheiterung hören wir uns Steve Bartons "Knoblauch" aus Tanz der Vampire an. Was ich mir im Übrigen auch jetzt anhöre, einfach weils so hervorragend passt ![]()
Fazit: Mal abwarten.
2. Abend
Inzwischen hat der Geruch stark genug zugenommen, als dass wir uns überlegen, ob wir nicht doch lieber in Jens' Zimmer schlafen sollen. Ich verfluche es, dass ich hier ein Zimmer zur Strassenseite habe. Ich kann einfach nachts nicht schlafen bei dem Lärm, wenn das Fenster. Ein Freund kommt zu Besuch und ich frage ihn im Flur, ob ich nach Knoblauch stinke. Nein, meint er. Der Geruch setzt sich also glücklichweise nicht in der Kleidung fest (noch nicht?). Und wenn man nur lange genug im Zimmer sitzt, riecht man gar nichts davon. Lediglich wenn man von draußen reinkommt ist es wirklich unangenehm.
Das Wasser beginnt sich zudem leicht einzutrüben. Meine Garnelen verhalten sich leicht verändert. Sie scheinen nicht wirklich fressen zu wollen. Und schwimmen viel mehr umher als sonst. Zudem suchen sie sich erhöhte Sitzplätze am Filter und dem kaum genutzten Luftausströmer. Ich mache mir leichte Sorgen.
Aber noch immer turnen Planarien scheinbar unbeeindruckt hie und da auf meiner Scheibe rum. Bei einigen anderen hat man eher den Eindruck, als würden sie erstarren. Aber vielleicht ist das auch nur Wunschdenken.
3. .. Tag:
Der Abend ist noch nicht hereingebrochen, aber ich bin am überlegen das Experiment hier und jetzt abzubrechen.
Zum Einen: Alle sechs Garnelen leben noch und ich glaube, die haben genug gelitten, auch wenn ich mich schon mit dem Verlust des gesamten Bestandes ange"freundet" hatte.
Zum Anderen: Das Wasser ist derart trübe, dass es an ein Wunder grenzt, dass ich alle Garnelen entdecken und zweifelsfrei zählen konnte.
Desweiteren: In nur wenigen Stunden haben sich massenhaft Fadenalgen an meiner Scheibe gebildet. Geht das Wachstum so rasant weiter, habe ich morgen keine Scheine mehr, durch die ich schauen könnte.
Zudem: Die dicke Kahmhaut, die ebenfalls über Nacht entstand, macht mir in Kombination mit direkt unter der Oberfläche sitzenden Garnelen schon beträchtliche Sorgen. Ich hab jetzt den Lufteinströmer eingeschaltet und er hat die Kahmhaut auch aufgerissen und wird Sauerstoff ins Wasser pumpen. Das ist aber keine Lösung.
Zu meiner Frustration habe ich zudem eine richtig fette Planarie quicklebendig über die Scheibe turnen sehen.
Die Geruchsbelästigung ist derweil schier unerträglich geworden. Auch wenn man direkt neben dem geöffneten Fenster sitzt und Räucherstäbchen anzündet. Und außerdem riecht man den Knoblauch inzwischen auch im Flur und das muss ich meinen Mitbewohnern auch nich auf Dauer antun.
Wirklich ausschlaggebend war aber, dass ich eine weitere Methode entdeckt habe, die ebenfalls sehr effektiv sein soll, dabei weniger stinkt und außerdem eine feste Zeitangabe dabei stand: Die Mineralwassermethode.
Fazit:
Vielleicht habe ich zuwenig Knoblauch benutzt, vielleicht habe ich der Sache jetzt zuwenig Zeit gelassen. Aber da immer noch Planarien munter über die Scheibe kriechen, sehe ich die Knoblauchmethode als gescheitert an.
Sechs von sechs Garnelen leben noch.
Babyblasenschnecken, die ich bei der Schneckenrettungsaktion nicht entdeckt hatte, übrigens auch. Schaden war also keiner bisher zu verzeichnen. Zwei Wasserwechsel innerhalb von drei Tagen ist aber wahrscheinlich eher suboptimal.
Für die Mineralwasserkur werden die Garnelen zu den Schnecken im Eimer gesetzt. Da ist noch altes AQ-Wasser drin, das ich nach der anstehenden Mineralwasserkur auch zum Wiederauffüllen verwenden möchte.
Später gleich mal nen Sixpack Wasser kaufen


